
Nach seiner ersten vollständigen Betriebssaison zieht der Bikepark Moléson eine positive Bilanz: 15’000 Bikerinnen und Biker, ein stark vertretenes Familienpublikum sowie ermutigende Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Gespräch mit Antoine Micheloud, Delegierter Verwaltungsrat.
Welche Bilanz ziehen Sie aus dieser ersten Saison, die von zahlreichen Mountainbikerinnen und Mountainbikern geprägt war?
Antoine Micheloud: Wir sind in mehrfacher Hinsicht sehr zufrieden. Zunächst mit der Besucherzahl: Die Bikerinnen und Biker machten 15’000 Eintritte (bzw. Erstfahrten) aus. Insgesamt wurden 60’000 Fahrten gezählt – nicht eingerechnet jene Personen, die unsere Trails ohne Nutzung der Bergbahnen befahren haben. Zudem freut es uns sehr, dass das anvisierte Zielpublikum, nämlich Familien, tatsächlich präsent ist.
War die Wahl dieses Segments von Anfang an klar?
Nicht zu Beginn. Erst im Laufe der Gespräche und des Austauschs mit unserem Dienstleister Allegra fiel diese Entscheidung. Das Bündner Unternehmen verfügt über grosse Erfahrung im Gelände sowie im Marktumfeld und hat uns auf allen Ebenen sehr gut beraten. Mit dem Bau einfacher Strecken treffen wir genau die Bedürfnisse von Familien, insbesondere von Gästen von ausserhalb. Bei der lokalen Bevölkerung haben wir zudem festgestellt, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus der Region während der Saison gerne vier- bis fünfmal bei uns fahren.
Wurden bereits Anpassungen vorgenommen?
Der Andrang war teilweise sehr gross, insbesondere im Juni und im September. Im Juni kam es unten am Sessellift zu Wartezeiten von bis zu 30 Minuten. Anfangs war nur jeder dritte Sessel mit Bike-Halterungen ausgestattet. Im Laufe der Saison haben wir zusätzliche Halterungen nachgerüstet, sodass nun jeder zweite Sessel ausgerüstet ist. Das entspricht deutlich besser dem Profil unserer Anlage, die letztlich mehr Mountainbiker als Wandernde transportiert.
Woher kommen diese Mountainbikerinnen und Mountainbiker?
Es handelt sich hauptsächlich um ein schweizerisches Publikum, das jedoch aus deutlich grösserer Distanz anreist als in den vergangenen Jahren. Auf dem Parkplatz sieht man viele Fahrzeuge mit Zürcher oder Luzerner Kennzeichen, was neu ist. Diese Autos sind oft mit Veloträgern ausgestattet. Ein weiterer erfreulicher Punkt: Diese Gäste konsumieren gerne in unseren Restaurants und suchen gezielt nach Übernachtungsmöglichkeiten.
Beunruhigen Sie die Entwicklungsprojekte anderer Bike-Angebote in der Region?
Nein, im Gegenteil. Diese Kundschaft ist mobil. Sie kommt für einen Tag und zieht danach weiter, um andere Trails zu entdecken. Gibt es in der Umgebung zusätzliche Angebote, steigen die Chancen, dass die Gäste mehrere Tage in der Region verbringen, wovon letztlich alle profitieren.
Sind für 2026 Änderungen geplant?
Diese erste Saison diente uns als Testphase. Wir haben mit sehr grosszügigen Öffnungszeiten gestartet und werden nun die nötigen Schlüsse daraus ziehen. So hat uns beispielsweise der Erfolg der Donnerstagabende überrascht, während die Samstage vergleichsweise wenig frequentiert waren. Entsprechende Anpassungen werden vorgenommen, um das Angebot besser an die Nachfrage anzupassen.
Wie steht es um die Entwicklung weiterer VTT-Angebote in Moléson?
In der zweiten Hälfte des Sommers haben wir bereits eine dritte Enduro-Strecke eröffnet. Weitere Angebote in der Nähe des Dorfes sind geplant, ebenfalls mit Fokus auf ein familienfreundliches Publikum. Wir werden uns jedoch die nötige Zeit nehmen, um die Projekte sorgfältig vorzubereiten, damit eine einzige Bewilligungsprozedur für das gesamte Vorhaben durchgeführt werden kann.

