Auf dem Weg zu einem Mountainbike-Netz von 1’700 Kilometern

21 September 2026

Die kantonale Mountainbike-Planung wird öffentlich aufgelegt. Damit soll ein offizielles Mountainbike-Routennetz von rund 1’700 Kilometern entstehen. Jean-François Steiert, Staatsrat und Vorsteher der Direktion für Raumentwicklung, Infrastruktur, Mobilität und Umwelt (RIMU) sowie Co-Präsident des Steuerungsausschusses, erläutert die Hintergründe.

«Unser kantonales Mobilitätsgesetz ist revolutionär! Bei den Planungen, die wir derzeit erarbeiten, handelt es sich nicht einfach um Ideen auf Plänen. Sie haben verbindliche Auswirkungen – teilweise für die Gemeinden, teilweise für die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer.» Jean-François Steiert, Vorsteher der Direktion für Raumentwicklung, Infrastruktur, Mobilität und Umwelt, blickt mit Stolz auf den Weg zurück, der zur öffentlichen Auflage der kantonalen Mountainbike-Planung am Freitag, 18. September 2026, geführt hat.
«Wir leben in einer zunehmend rechtlich geregelten Gesellschaft, die Grauzonen immer weniger toleriert», stellt der Staatsrat fest. Angesichts des starken Wachstums des Mountainbike- und E-Mountainbike-Sports wurde ein offizielles Routennetz deshalb notwendig. Das Veloweggesetz des Bundes und das kantonale Mobilitätsgesetz, die Anfang 2023 in Kraft getreten sind, verpflichten den Kanton nun, ein solches Netz zu planen.

1’700 Kilometer offizielle Routen
Bislang wurden Mountainbikes auf Strassen und Wegen vielerorts stillschweigend toleriert, obwohl ihre Nutzung dort nicht ausdrücklich erlaubt war.
Eines der Hauptziele der kantonalen Planung besteht darin, Mountainbike-Fahrende auf offizielle Routen zu lenken. Dadurch soll der Druck auf Wildtiere, Wald und Landwirtschaft reduziert werden. «Touristinnen und Touristen, Familien, die am Wochenende einen Ausflug unternehmen, sowie die meisten Sportlerinnen und Sportler werden für ihre Tour eine offizielle Routen wählen», erklärt der Staatsrat.
Bei der Planung des Netzes galt es, unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen. Entstanden ist ein Routennetz von 1’700 Kilometern, das attraktiv, zusammenhängend und umweltverträglich sein soll. «Zu Beginn waren einige Gemeinden skeptisch und fragten sich, weshalb der Kanton mit seinen grossen Schuhen auf ihr Gebiet kommt», sagt Jean-François Steiert. «Letztlich haben sie aber erkannt, dass sie dank eines kantonalen Vorgehens die Diskussionen und Verfahren  bei Interessenkonflikten an den Kanton delegieren können.»

Unterschiedliche Interessen unter einen Hut bringen
Vor der öffentlichen Auflage wurde eine erste Version des Netzes den Gemeinden, Behörden und interessierten Kreisen vorgelegt. Begleitet wurde der Prozess von einem Steuerungsausschuss unter dem Co-Präsidium der Vorsteher der RIMU und der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD).
«Die Diskussionen waren teilweise langwierig», räumt Jean-François Steiert ein. «Auf der einen Seite stehen die touristischen Kreise, die mehr Mountainbike-Gäste anziehen möchten, auf der anderen Seite Forstkorporationen, die Mountainbikerinnen und Mountainbiker lieber anderswo als in ihren Wäldern unterwegs sehen würden.. Die Verhandlungen waren nicht einfach. Es gab zahlreiche Vorbehalte und Fragen, insbesondere bezüglich der Verantwortlichkeiten.»
Ein kürzlich im Kanton ergangenes Urteil nach einem Unfall im Wald hat gezeigt, welche Fragen sich bei der Haftung stellen und welchem Druck die Forstverantwortlichen dadurch ausgesetzt sind. Die Mountainbike-Planung bot die Gelegenheit, diese Fragen genauer zu untersuchen und die Verantwortlichkeiten von Mountainbike-Fahrenden und Gemeinwesen bei Unfällen klarer zu definieren.

Die Nutzung beobachten
Der Freiburger Tourismusverband wird in Zusammenarbeit mit dem Amt für Mobilität (MobA) und dem Amt für Wald und Natur (WNA) ein Monitoring der Mountainbike-Nutzung einführen. Damit soll beobachtet werden, wir stark sensible Streckenabschnitte genutzt werden und welche Auswirkungen dies auf die Natur, die Wege und das Miteinander der verschiedenen Nutzergruppen hat. «Falls nötig, können anhand dieser Daten Massnahmen ergriffen werden», erklärt Jean-François Steiert.
Es wird allerdings nicht möglich sein, sämtliche Freiburger Wälder zu überwachen. «Sollten wiederholt Verstösse oder problematische Verhaltensweisen festgestellt werden, könnten punktuelle Kontrollaktionen durchgeführt werden, um an die Regeln zu erinnern und deutlich zu machen, dass sie eingehalten werden müssen», sagt der Staatsrat. «Entscheidend wird aber vor allem die Attraktivität des Routennetzes sein: Sie wird entscheidend dazu beitraagen, dass Mountainbike-Fahrende diese Routen auch tatsächlich nutzen.»
Die öffentlich aufgelegte Version des Netzes wurde aufgrund der Ergebnisse der Konsultation angepasst. «Uns ist bewusst, dass es gegen einzelne Streckenabschnitte Einsprachen geben wird und dass Einigungsverhandlungen nötig sein werden. Aber dort, wo es möglich ist, werden wir bereits vorwärtsmachen.»
So wird das Netz nach und nach Gestalt annehmen. Zunächst auf den Karten und anschliessend mit der entsprechenden Signalisation auch vor Ort.

30 Tage Zeit, um das Projekt einzusehen
Die kantonale Mountainbike-Planung wird während 30 Tagen öffentlich aufgelegt. Die Unterlagen können online im Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster) eingesehen werden. Eine Papierversion liegt zudem in den Oberämtern auf. Das öffentlich aufgelegte Mountainbike-Routennetz kann ebenfalls online eingesehen werden: urlr.me/ZABw97.

Interview: Sophie Roulin

ABONNIEREN SIE UNSEREN NEWSLETTER

Bleiben Sie auf dem Laufenden! Abonnieren Sie unseren Newsletter und erfahren Sie alles über aktuelle und kommende Bike-Projekte im Kanton.

BIKE-IN FR25

Verein Fribourg Bike Friendly
c/o FRide Sàrl
Ch. de Fin-Derrey 27
1636 Broc

 

UNSERE PARTNER